header3.jpg
Mittwoch, 01 Mai 2024 18:12

Heimsieg, Meisterschaft, Aufstieg!

Vielen Dank an unsere großartigen Fans! Vielen Dank an unsere großartigen Fans!

“Spätestens seit ich Dreißig bin, kriege ich mit, dass sich so eine Saison ab Ostern zieht wie Kaugummi.“ Stammt dieser Satz von mir? Nein. Von Goethe? Auch nicht. Er stammt von niemand anders als vom einzig wahren Chris Guhrenz, bei dem ich neulich im Auto mitfahren durfte. Man beginnt, die Saison in den Knochen zu merken und deshalb kann ich diesen Satz genau so unterschreiben und dabei bin ich noch nicht mal Feldspieler.

Wie kam es also, dass eine ganze bierbrauende große Kreisstadt auf das Spiel am letzten Samstag brannte? Ganz einfach, es war das letzte Spiel der Saison und dazu noch ein Heimspiel! Durch den Rückzug Rietschens war bereits klar, dass die Bierstadthelden sicher aufsteigen würden, doch war die Farbe der Medaille noch nicht klar. Nichts wollten wir mehr verhindern als das letzte Spiel der Saison zuhause zu verlieren, eine Silbermedaille umgehangen zu bekommen und dann zum Spott auch noch aufzusteigen.

Entsprechend wild begann die Partie. Man hatte sich anscheinend vor Beginn der Partie darauf geeinigt, abwehrlosen Hara-Kiri-Handball zu spielen, weswegen es nach 6 Minuten bereits 5:5 stand. Doch dann kamen beide Abwehrreihen und Torhüter besser ins Spiel, was die Torflut ein wenig reduzierte. Trotzdem schaffte es Radeberg nicht, sich abzusetzen. Das körperbetonte, teils ruppige Spiel der Gäste aus Niederau wurde oft genug in gute Torchancen umgemünzt, wodurch sie stets nachziehen konnten. Erst nach 10 Minuten, beim Stand von 7:7 konnten die Gastgeber einen kleinen Lauf starten und innerhalb von anderthalb Minuten auf 10:7 davoneilen. Dabei half sicherlich auch, dass die Gäste zu diesem Zeitpunkt bereits ihre zweite Zweiminutenstrafe absitzen mussten- ein Resultat ihrer harten Spielweise, welche sich durchs komplette Spiel ziehen sollte. Nach 14 Minuten erzielte der Gäste-Rückraumschütze Haberstock das 11:9, doch das sollte das letzte Mal sein, dass die Geschichte nochmal knapp wurde. Die Männer in blau-weiß hatten sich nun nämlich auf das rückraumlastige Spiel der Niederauer eingestellt, ließen in der Abwehr nicht mehr viel zu und nutzten im Angriff durch präzises und effizientes Umschaltspiel die daraus entstehenden Fehler gnadenlos aus.
Was heißt das im Resultat? Nun, das heißt, dass aus einem 11:9 ein 14:10 wurde, dann ein 18:10 und schließlich zum Pausenpfiff ein 19:12.

Aus Schreiberling-Sicht wäre es jetzt sehr praktisch, wenn Radeberg nach der Pause nochmal eingebrochen wäre. Dann könnte man wunderbar Spannung erzeugen, diesen Tatsachenbericht in einen mitreißenden Krimi verwandeln und den geneigten Leser mit offenem Mund und roten Ohren an die Zeilen fesseln.

Naja, aber das ist halt nicht passiert. Die Mannschaften kamen aus der Kabine und die Radeberger machten einfach da weiter, wo sie aufgehört hatten. Ganz routiniert spielten sie ihre Geschwindigkeitsvorteile aus und ließen die Gäste durch Sammeln von Zeitstrafen sich selbst schwächen. Jeder kam auf reichlich Spielzeit und es war einfach kein Qualitätsunterschied erkennbar, egal auf welcher Position gewechselt wurde. Als das Spiel schließlich beim Stand von 35:22 abgepfiffen wurde, gab es kein Halten mehr. Sieg! Goldmedaille! Aufstieg!

In herrlichen Aufstiegs-Nickis gekleidet wurden die Medaillen und der Pokal angenommen, dann ging die Feier los. Der Vorstand des RSV war sogar so lieb, uns ein Fass Bier zu spendieren! Vielen lieben Dank dafür! Wir haben uns sehr gefreut, es wurde auch über alle Maßen genossen. Ich muss auch sagen, dass das gute Fassbier aus dem Aufstiegspokal noch besser geschmeckt hat, als aus den Plastebechern.

Aber, um nochmal nüchtern zu werden: Zu diesem Erfolg gehört mehr als die Leistung der Spieler. Viel, viel mehr. Ohne die vielen Helfer wäre das nicht möglich gewesen, egal ob sie am Einlass stehen, den Imbiss rocken, ansagen, Musik abspielen, trommeln oder an der Seitenlinie stehen. Einen riesigen Dank möchte ich hier mal an alle schicken, die uns ermöglichen, unser geliebtes Hobby Saison für Saison so lange auszuführen, dass sie sich ab Ostern wie Kaugummi zieht.

Und einen letzten, aber vermutlich wichtigsten, Dank habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben. Carsten, unser alter Coach. Du hast uns fast bis zum Schluss durch die Saison gesteuert. Mit dir sind wir vor 2 Jahren aufgestiegen, haben letztes Jahr das Abenteuer Sachsenliga durchlebt und sind dann auch gemeinsam abgestiegen. Mit dir haben wir diese Saison eine 14 Spiele dauernde Siegesserie und im Derby gegen Pulsnitz den höchsten Sieg der Vereinsgeschichte gefeiert. Wir sind dir sehr dankbar für die Arbeit, die du knapp 3 Jahre lang jede Woche in uns gesteckt hast und für die Erfolge, die wir mit dir feiern durften.

 

Nächste Saison spielen in der Oberliga Sachsen:

 

Rathmann, Wagner (beide Tor), Richter (4), Sieberth, Schulz (3), Lindner (2), Höhne (4), Guhrenz (6, davon kein Sprungwurf), Mandalka (5), Rudolph (2), Daferner (4), Fährmann (4), Kempe, Haufe (1)

RSV User