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Montag, 16 März 2020 11:00

Spielbericht mit Augenzwinkern: Radebeuler HV- Radeberger SV 46:61 (20:28)

Auswärtssieg und damit den Aufstieg gesichert.

In ganz Deutschland herrscht Handballverbot. In ganz Deutschland? Nein, in einem kleinen Ort nahe Dresden trafen sich ein paar unbeugsame Sachsen und zelebrierten das Spiel.

Natürlich mussten für diese brisante Partie einige Vorkehrungen getroffen werden. So mussten die Torhüter ihren Intimschutz umfunktionieren und jeder Spieler auf der Bank erhielt seinen eigenen Stuhl. Auch das Shakehands vor dem Spiel strengstens untersagt und jeder Teilnehmer wurde darauf hingewiesen, dass Körperkontakt doch bitte zu vermeiden sei, sonst drohe die Quarantäne.

Auch auf die Sicherheit des Publikums wurde geachtet. Anstatt von Eintrittsgeld, musste man seinen Impfausweis vorzeigen.  Außerdem mussten Zuschauer, welche in die Risikogruppe fallen, nachweisen können, dass ihr Erbe zu 100 Prozent an den Radeberger SV ging.

Nach einer kurzen aber intensiven Erwärmung konnte das Spiel beginnen. Man merkte beiden Mannschaften an, dass sie unbedingt gewollt waren das Spiel für sich zu entscheiden.  Trainer Gnädig motivierte seine Männer und erinnerte an das verlorene Hinspiel, welches man 23:24 verloren hatte. Diese Niederlage hängt den Männern um Kapitän Fährmann immer noch nach.

Das Spiel startete nervös, beide Seiten hatten sichtlich Probleme mit dem Spielgerät. Zwar ist seit diesem Jahr das „Harzen“ in Radebeul endlich erlaubt(wurde ja auch mal Zeit), jedoch traf man für die Partie besondere Maßnahmen. Um den Hygienerichtlinien gerecht zu werden, einigte man sich auf desinfizierendes Harz. Die Stunde des „DuschDas“ war geboren.  Jeder Fan der Bierstadthelden wusste, dass jetzt nichts mehr schiefgehen kann. Seit Jahren schwört man auf dieses Duschgel und „Neuankömmlinge“, welche mit Adidas, Bruno Banani usw. ankommen, werden in kürzester Zeit bekehrt.

Durch diesen Vorteil erarbeitete man sich schnell einen kleinen Vorsprung. Nach zehn Minuten stand es 4:8 für die Gäste. Der Heimtrainer merkte, dass seine Männer wachgerüttelt werden mussten und bat diese zum 60 Sekunden „Händewaschen+ Auszeit“. Danach wurde die Partie ruppiger und es kam zum Körpereinsatz. SKANDAL! Natürlich wurde gleich eine 2 wöchige Quarantäne angeordnet. Die darauf entstandene Überzahl nutzten die Radeberger, um sich weiter abzusetzen. Es war vor allem immer wieder der starke Rückraum, welcher zum Torerfolg kam. Man nutzte die vorhandenen Lücken und traf sicher. Beim Stand von 20:28 klatschten(ersetzte das Pfeifen, aufgrund von Tröpfcheninfektion)  die Schiedsrichter zur Halbzeit.

Trainer Gnädig machte seine Männer darauf aufmerksam, dass der Torrekord, welcher vor sechs  Jahren von Freiberg in der Mitteldeutschen Oberliga aufgestellt wurde, noch möglich sei.

Die zweite Hälfte begann und es flatterte eine neue Meldung vom Gesundheitsamt als Kettenbrief auf die Handys, dass alle offiziellen Sportarten verboten seien und man das Spiel sofort unterbrechen müsste. Doch was nun? Die Krümelkacker beider Mannschaften einigten sich darauf, dass man mit einer nichtoffiziellen Sportart weiter machen müsste. Jeder Kreisligist kennt es, das gute alte Lattenwerfen. Zum Glück wurde das vergangene Woche noch intensiv geübt. Man einigte sich darauf, dass die Treffer nur von der Mittellinie zählen würden.  Jeder Treffer wurde frenetisch gefeiert. Auf der Radeberger Seite zeichnete sich vor allem Stein als sicherer Schütze aus.  Nach spannenden weiteren 30 Minuten ertönte beim Stand von 46:61 der Abklatsch.

Durch den einen mehrerzielten Treffer gelang beiden Teams historisches, man brach den inoffiziellen Weltrekord, als torreichstes Spiel der Geschichte.  Außerdem schafften die Radeberger den Aufstieg, da KJS Dresden ihre Mannschaft zurückziehen musste. Sie schafften es nicht, aufgrund der geschlossenen Grenzen zu den Nachbarländern,  eine spielfähige Mannschaft zu stellen.  

Bei beiden Mannschaften kannte die Freude keine Grenzen und man erinnerte sich an die Worte des gelernten Bankkaufmanns Jens Spahn, welcher sagt, dass der Covid-19 Virus keinen Alkohol mag und man doch trinken sollte. Natürlich jeder aus seinem Glas und mit einem Meter Abstand.

Für den RSV spielten: Die Üblichen.

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