Letzte Woche war ja bekanntlich kalendarischer Frühlingsanfang und das Wetter präsentierte sich auch an diesem vorletzten Heimspieltag der 1. Männer des RSV von seiner besten Seite. Bei Sonnenschein und warmen Temperaturen kam die Mannschaft der SG LVB nach Radeberg gereist. Beim Durchforsten meiner Sammlung an Spielberichten ist mir doch glatt der Spielbericht des letzten Heimspiels gegen die Leipziger ins Auge gestochen. Vor zwei Jahren gelang tatsächlich ein viel umjubelter 32:30-Heimsieg für den RSV und auch das Hinspiel der aktuellen Spielzeit konnten die Männer um Trainer Käppler lange offenhalten, am Ende siegten jedoch die Westsachsen mit 28:25. Dass man gegen die sehr junge Mannschaft auch deutlich höher verlieren kann, bekam just in der Vorwoche der Tabellenzweite LHV Hoyerswerda zu spüren, die Bierstadthelden waren also vorgewarnt.
Verzichten musste Dennis Käppler in diesem Aufeinandertreffen auf Torgarant Franz Bellmann und Karl Jung, dafür kehrten der jüngere Tim Bellmann und Florian Höhne in den Kader zurück. Die Partie begann noch ausgeglichen, doch bereits in der Anfangsphase zeichnete sich ein sehr hohes Tempo ab, dem die Männer des RSV nicht lange folgen konnten und sich in der Abwehr zu oft im Stich ließen. Daraus entstanden insgesamt sechs Zeitstrafen, die aber ALLE in der ersten Halbzeit gesammelt wurden (darunter erneut ein Wechselfehler und etwas Gemecker – Kategorie unnötig). Diese waren mitverantwortlich dafür, dass die Gäste mit 5:12 nach gerade einmal 17 Minuten davonzogen. Leipzig erarbeitete sich reihenweise gute Torchancen, die zum Teil noch von Silvio Rathmann entschärft wurden, sonst hätte es schlimmer aussehen können. Offensiv lief bis dato noch nicht viel zusammen. Symptomatisch der erste Angriff der Gastgeber, der in einem unsauberen Zuspiel und technischen Fehler endete. Danach fehlten etwas Mut und Entschlossenheit, eine Umstrukturierung nach den besagten 17 Spielminuten brachte dann aber deutliche Besserung im Angriffsspiel. Unter anderem Tim Bellmann konnte sich dreimal in Folge auszeichnen und verhalf seiner Mannschaft dabei, den Rückstand bis zum Ertönen der (neuen) Sirene beim Stand von 14:21 zur Halbzeit konstant zu halten. Fast hätte Markus Dorschner per direktem Freiwurf noch verkürzt, aber nach doppeltem Innenpfosten sprang der Ball wieder vom Tor weg – schadé.
In der zweiten Halbzeit durfte sich dann Jakob Wagner im Tor beweisen und bis zur 40. Minute setzte der RSV auch offensiv die gestellten Forderungen ihres Trainers bis zum 19:25 Zwischenstand weiter um. Nach drei Gegentreffern hintereinander wollte Dennis Käppler dann einen neuen Impuls setzen und brachte den siebten Feldspieler. Das führte zwar vereinzelt wieder zu eigenen Torerfolgen, die Lok aus Leipzig überrollte die Gastgeber im Gegenzug aber förmlich und machte deren Treffer nach wenigen Sekunden wieder zunichte oder bestrafte technische Fehler in Windeseile. Zehn Minuten vor dem Ende war der Rückstand dadurch auf 22:33 angewachsen, woran sich nach der Rücknahme dieses taktischen Mittels bis zum Endstand von 26:38 nicht mehr viel änderte.
Die Stimmung nach dem Schlusspfiff hätte natürlich deutlich besser sein können, unangebrachte Kommentare und Beleidigungen machten das nicht besser. Akzeptieren mussten die Männer des RSV aber, dass sie an diesem Tag mit dieser Leistung nicht den Hauch einer Chance hatten. Damit bleibt auch rechnerisch die rote Laterne bis zum Saisonende in der Bierstadt hängen, doch zwei Spiele stehen im April noch aus. Am 05.04. wird es auswärts beim Tabellendritten HSV Dresden sicherlich nicht leichter. Deshalb freuen wir uns wie immer auf eure Unterstützung und werden alles dafür tun, eure Mühen zu belohnen. Und wer kein Wochenende ohne Handball ertragen kann, dem sei das Bezirkspokal-Halbfinale unserer „Zweeten“ gegen den HVO Cunewalde III ans Herz gelegt. Dieses findet am kommenden Samstag um 17 Uhr in der Sporthalle des Sorbischen Begegnungszentrums Bautzen statt. Peitscht die Jungs ins Finale!
Für den RSV spielten: Wagner, Rathmann – Richter, Höhne (1), Mandalka (5), Masula (2), Rudolph (1), Guhrenz (3), Würfel (2), Kempe, Dorschner (6/2), Bundtke, Haufe, T. Bellmann (6)