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Dienstag, 18 März 2025 21:46

OLS-M: ZHC Grubenlampe – Radeberger SV 30:25 (14:13)

Von Radeberg nach Zwickau sind es ca. 148 km, von Selb nach Zwickau nur 88 km – “Heimspiel!!” dachte sich da der Schreiberling und brachte direkt noch eine Kiste aus der Region mit der höchsten Brauereidichte der Welt mit (könnt ihr im Guiness-Buch nachschlagen). Am Samstagnachmittag an der Sporthalle in der malerischen Wohnsiedlung Neuplanitz angekommen, trafen auch kurze Zeit später die Autos aus Radeberg & Umgebung ein. In der Halle lief gerade eine Partie der weiblichen B-Jugendbundesliga des BSV Sachsen Zwickau gegen die SG Hamburg-Nord, wo mancher noch ein paar Minuten zusah (mit 488 km Fahrtweg geht der Punkt für die weiteste Anreise übrigens ganz klar in den Norden).

Nun kommen wir aber zum Aufeinandertreffen des ZHC Grubenlampe gegen den Radeberger SV in der Oberliga Sachsen: Tabellen-7. gegen… ach ihr wisst schon. Verzichten musste Trainer Dennis Käppler an diesem Spieltag auf Jakob Wagner im Tor sowie Tim Bellmann und weiterhin Florian Höhne. Dafür rückten Danny Diedrich, Jendrik Zimmermann und Moritz Lindner nach. Diese Namen waren zwar in der Startaufstellung noch nicht zu finden, aber auch die vermeintlich eingespielteren Akteure taten sich zu Beginn sichtlich schwer, genügend Druck im Angriff zu kreieren und sich einfache Torgelegenheiten herauszuarbeiten, während die eigene Abwehr noch zu leicht zu überwinden war. Daraus resultierte nach 12 Minuten eine 7:3-Führung für die “Lampe”.

Nach einer Auszeit stellte Coach Käppler ein wenig um und brachte in der Offensive den siebten Feldspieler, während gleichzeitig Keeper Silvio Rathmann auf der Bank Platz nahm. Ein Rezept, dass zu Beginn sehr gute Wirkung zeigte und den Gästen den 8:8-Ausgleich bescherte. Doch die Krux daran ist eben, dass der Torhüter auch wieder gegen einen Feldspieler zurückgewechselt werden muss. Wenn jetzt zusätzlich noch Spielerwechsel zwischen Abwehr und Angriff vorgenommen werden, verliert man schnell mal den Überblick. Bereits nach dem Ausgleichstreffer hatte der RSV einmal riesiges Glück, als das Kampfgericht einen Wechselfehler nicht bemerkte und das Spiel fortgesetzt wurde. Wenige Minuten später unterlief allerdings der nächste Wechselfehler, welcher nun folgerichtig eine Zeitstrafe nach sich zog. Diese nutzten die Gastgeber und gingen in Überzahl wieder in Führung. An dieser Stelle kommen die Eintragungen im Spielprotokoll etwas durcheinander, was den Zuschauern und Spielern allerdings im Gedächtnis bleiben wird, ist kurz darauf der nächste Wechselfehler auf Seiten Radebergs. Dummerweise addierte sich in diesem Fall 2+2 und Jasper Mandalka bekam vier Minuten Zeit zugesprochen, um sich auszuruhen.

Die 13:10-Führung für Zwickau nach 24 Minuten konnten die Gastgeber aber auch in der langen Überzahl nicht weiter ausbauen, wofür sich vor allem Silvio Rathmann im Tor verantwortlich zeichnete. Bis zur Pause schafften es die Bierstadthelden dann sogar, auf ein Tor Rückstand zu verkürzen. Wer weiß, was ohne die unnötigen Zeitstrafen und einen technisch unsauber ausgeführten Strafwurf noch möglich gewesen wäre.

Springen wir also in die zweite Halbzeit und zum schnellen Ausgleichstreffer in Überzahl durch Ludwig Masula. Die Gäste hielten jetzt zunächst mit, doch brachten vor allem den Halblinken Lampenmann Petrovski und Routinier Koska nicht unter Kontrolle, die immer wieder Nadelstiche setzten und ihr Team zur 19:16-Führung leiteten. Wie in der Halbzeitpause angekündigt, brachte Dennis Käppler jetzt wieder den siebten Feldspieler für die Offensive auf das (wahrhaftige) Parkett und seine Mannschaft setzte diese Variante nun etwas klüger um, zumindest unterliefen keine Wechselfehler mehr. Die jetzt sehr defensiv agierende Abwehr der Lampe war vermutlich darauf gesonnen, Würfe über die Außenspieler und den Kreis zu verhindern und gleichzeitig Rückraumwürfe zu erzwingen. Da ist die Trefferquote oft geringer und man bekommt vielleicht selbst die Chance auf einen Wurf ins verwaiste Tor auf der anderen Seite.

Doch die Bierstadthelden spielten geduldig und warteten zur Not auf das passive Vorwarnzeichen der Schiedsrichter. Jetzt einen Freiwurf erzwingen, den Torhüter schon einwechseln und Markus Dorschner den Ball geben. Hat zweimal super geklappt, vor allem zum erneuten 21:21-Ausgleich. Im nächsten Angriff dann sogar die große Chance auf die erste eigene Führung seit – hier kurze Verzögerung wegen Recherche – dem 3:2 gegen den KJS-Club Dresden am 1. Februar. Ist ‘ne Weile her. Und wird leider noch ‘ne Weile dauern, denn dem 7-Meter-Wurf für Radeberg wurde der Weg ins Zwickauer Tor versperrt. Die Gastgeber zeigen im Gegenzug, wie solche wichtigen Chancen zu verwerten sind und in einer vom Niveau nicht herausragenden Partie machen dann eben solche Szenen den Unterschied. Von diesem Moment sind die Zwickauer immer einen Schritt voraus und auch das letzte Radeberger Mittel der offensiven Manndeckung sollte daran nichts mehr ändern können. Mit einem ganz trockenen Schlagwurf in den Winkel aus gut 10 oder 11 Metern setzte Koska schließlich den Schlusspunkt.

Das Schöne ist, dass es selbst bei solchen Auswärtsfahrten mit Distanzen knapp an die 150 km immer noch treue Fans gibt, die uns bedingungslos anfeuern und auch bei einer Niederlage aufmuntern. Dafür unseren herzlichen Dank, ihr seid die Besten! Und noch schöner wird es, wenn die Familie zum „Heimspiel“ dabei ist. smile

Nächste Woche erwartet die Fans in der Radeberger BSZ-Halle bereits der vorletzte Heimspieltag. Dort empfangen unter anderem die 1. Frauen um 16 Uhr den Tabellennachbarn VfL Meißen II und anschließend die 1. Männer die Mannschaft der SG LVB. Das Hinspiel in Leipzig entschied sich ähnlich wie die Auseinandersetzungen mit Zwickau erst in den letzten Minuten zugunsten der Gegner. Damit sich dieses Blatt kurz vor Saisonende nochmal wendet, brauchen wir wieder eure Unterstützung!

Für den RSV spielten: Rathmann, Diedrich – Richter (2), Lindner (2), Zimmermann, Mandalka (2), Masula (5), Bellmann (4), Rudolph, Guhrenz (1), Kempe, Dorschner (4), Jung (4/4), Bundtke (1), Haufe

RSV User