RL(OS)-M: Radeberger SV III – HSV 1923 Pulsnitz III 32:26 (19:11)

Trotz aller Tradition und Mythen beließen es die Athleten beider Lager bei einer gesunden Rivalität, soviel vornweg. Man kennt sich und man freute sich aufeinander! Am Ende des Tages verbucht man eben doch mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede, läuft sich immer irgendwo über den Weg und ganz Waghalsige wurden sogar schon bei gemeinsamen Freizeitaktivitäten gesichtet. Worüber man sich auf Radeberger Seite auch freute war die Tatsache, dass in den Reihen der Pulsnitzer auch alte Weggefährten aus Ohorn und Bretnig ihre neue sportliche Heimat gefunden haben. Schön, dass man sich immer noch ab und zu duellieren kann und ihr eurem Hobby weiterhin nachgeht, auch wenn eure Heimatvereine leider keine Mannschaften mehr in den Spielbetrieb schicken können!

Nachdem sich dann alle abgeknutscht und angefasst hatten, konnte es endlich losgehen. „Irgendjemand“ klatschte noch 1kg Wachs an den Ball, somit wehte schon ab Minute 1 ein gewisses Maß Profihandball durch die Halle. Die Zuschauer bekamen davon wahrscheinlich nichts mit, aber dafür wurden sie Zeugen einer absoluten Rarität: Radeberg drückte aufs Tempo! Unfassbar! Und dem noch nicht genug: die schnellen, langen Bälle fanden Abnehmer! Radeberg Dritte Männer erzielte Kontertore! Genauer gesagt hieß das: Tobi R., Felix und Toralf taten dies, der Rest sicherte fachmännisch hinten ab. Sei’s drum: jedem langen Ball ging ja ein Gewinn des selbigen im Abwehrverbund oder eine Parade von Jan voraus. Also durften sich selbstverständlich alle freuen. In der Defensive besann man sich heute sowieso auf seine (manchmal arg in Vergessenheit geratenen) Fähigkeiten, der 6-0-Riegel riegelte was es zu riegeln gab, in bester Dentisten-Manier zog man den Gästen einen Zahn nach dem anderen. Gutes Teamwork und positives Mindset hier, entnervte Gesichter da.19:11 hieß es nach 30 Minuten, man fühlte sich gleich bissl dänisch, bei solchen Zwischenständen.

So richtig undänisch gings nach dem Wiederanpfiff weiter. Einerseits suchte man Gidsel und Pytlick vergebens neben sich, andererseits schmiss man den Gegnern die ersten 3-4 Bälle mit Geschenkband in Richtung Tor, ohne dass man auch nur annährend einen Doppelpfiff ausmachen konnte. Währenddessen tat Pulsnitz, was man eigentlich schon in der ersten Halbzeit von ihnen erwartet hatte; sie spielten ihre unbestritten vorhandene individuelle Klasse aus und schenkten uns gleich mal 4 Stück in Folge ein. Ein Fuchs innerhalb der Radeberger Reihen erinnerte sich aber erfreulicherweise noch rechtzeitig an die erste Halbzeit und animierte seine Mitstreiter, doch bitte auch nochmal im Kurzzeitgedächtnis zu kramen und siehe da, es fiel allen wieder ein, dass man ein Mindestmaß an Genauigkeit und Zielstrebigkeit im Angriff, sowie eine gesunde Härte und schnelle Beine in der Abwehr benötigte. Im Kasten konnte sich jetzt auch Blüm auszeichnen und vorne funktionierte die Achse Tobi R. auf der Mitte und Toralf am Kreis sehr gut, viele einfache Tore für die beiden oder die in Szene gesetzten Nebenleute waren das Resultat.

Die Mannschaften warfen in den letzten 15 Minuten dann nahezu wechselseitig ihre Tore, das Spiel plätscherte vor sich hin, alle erhielten Spielzeit, sehr schön! Nette Anekdote in diesem Zusammenhang: Als Kreisläufer Holger die Platte betrat, wurde er von seinen D-Jugend-Jungs lautstark angefeuert und für jede Aktion gefeiert. Toller Moment, Vereinsleben intakt! Zum Abpfiff stand schließlich ein in dieser Höhe nicht unbedingt erwarteter, aber verdienter 32:26 Sieg zu Buche. Spätestens jetzt hatten sich auch wirklich alle wieder lieb und die unendliche Geschichte Radeberg vs. Pulsnitz ist um eine Anekdote reicher. Aber das wird sicher bei einer der nächsten gemeinsamen Feiern ausgewertet ;-)

Beste Grüße gehen noch raus an unseren Niclas, welcher sich losgelöst vom Spielgeschehen einer medizinischen Maßnahme unterziehen musste. Die Dritte Männer wünscht Niclas stellvertretend für alle Anwesenden in der Halle schnelle und gute Genesung!

RSV: J. Uhlig (Tor), M. Blumenauer (Tor), F. Krujatz (2), R. Weidig (1/1) T. Schneider (4), N. Kielreiter (3), T. Rühmer (7), T. Laudenbach (1), M. Diedrich (1), U. Kröher (8), R. Künzel, H. Winkelmann, D. Kutzner (5)